hEILPFLANZEN

Sie besitzen ein grosses Potenzial für unsere Gesundheit

CHILLI ODER CAYENNE-PFEFFER

Chili oder Cayenne-Pfeffer haben die Eigenschaft stark durchblutungsfördernd (hyperämisierend) und wärmend zu wirken. Zudem weisen sie schmerzlindernde (analgetische), antientzündliche (antiphlogistische) Eigenschaften auf.

Der wärmende und bei höherer Dosierung brennende Effekt ist auf den Inhaltsstoff Capsaicin zurückzuführen. Man spricht hierbei auch über einen Counterirritans Effekt, da gegen großen Schmerz ein kleiner Schmerz gesetzt wird (Gleiches wird mit Gleichem behandelt). Eigentlich ein Paradoxon! Chilli wirkt noch stärker als der Pfeffer und verfügt auch über eine antibakterielle Wirkung. Gut auch bei Rheuma, Nervenschmerzen oder Juckreiz  anzuwenden ( ESCOP 2009). Studien zeigen zudem , dass der Wirkstoff Capsaicin, der in Chili oder Cayenne enthaltene Wirkstoff, wirksam gegen Herpesviren ist ( ESCOP 2009).

KONTRAINDIKATION: Nicht auf geschädigte Haut auftragen oder bei Allergien gegen Paprika verwenden!

Rosmarin

Rosmarin entspannt und aktiviert, je nachdem wie die Pflanze angewandt wird. Sie wirkt bei äußerlicher Anwendung durchblutungsfördernd, krampflösend (auch im Verdauungstrakt) und antiseptisch (ESCOP 2003) .

Rosmarin wird deshalb auch traditionell zur Schmerz- und Rheumatherapie, auch bei Verspannungen und Menstruationsbeschwerden genutzt. Eine stark vitalisierende Wirkung ist auch bekannt. Rosmarin fördert interessanterweise die Gedächtnisleistung und kann als Tee-Aufguss auch als Kaffee-Ersatz fungieren. In der Aroma-Therapie wird es bei Erschöpfungszuständen und „Gedächtnisschwäche“ genutzt.

Weidenrinde

Weidenrinde ist ein uraltes und bewährtes Schmerzmittel, das u.a Salicin enthält. Salicin wirkt analgetisch ( ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) Monographs 2003), entzündungshemmend und fiebersenkend. Sie kennen es als ASS (Acetylsalicylsäure) aus der Apotheke. Es gehört zu den unentbehrlichen Arzneimitteln laut Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Johanniskraut

Johanniskraut wirkt äußerlich nachweislich schmerzlindernd bei  Muskelschmerz (Kommission E), muskelentspannend und durchblutungsfördernd, sogar antiviral.  Innerlich angewendet hat es eine stimmungsaufhellende und antidepressive Wirkung ( Kommission E). Als Öl ist es für Beschwerden des Bewegungsapparates und für therapeutische Massagen hochwirksam. Die Hauptinhaltsstoffe sind Hypericin und Hyperforin.

ACHTUNG: Falls Sie Johanniskraut (Hypericin) als naturheilkundliches Medikament innerlich anwenden, informieren Sie bitte immer Ihren Arzt – wie bei allen Mitteln, die Sie sich selbst verordnet haben. Die Wirkung Ihrer Medikamente könnte durch die parallele Einnahme von Johanniskraut-Tabletten oder -Tees geschwächt werden, auch die der Pille! Das ist leider noch viel zu wenig bekannt.

Lavendel

Lavendel ist eine Pflanze, die über stark beruhigende, entspannende und krampflösende Wirkung auf die Muskulatur und das unbewusste, vegetative Nervensystem verfügt ( ESCOP 2009). Eine Direktwirkung auf das zentrale Nervensystem auch bei oraler Applikation wird angenommen. Zudem wirkt Lavendel bei der äußerlichen Anwendung durchblutungsfördernd und wärmend. Innerlich wirkt es zudem angstlösend, entblähend und bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden sedierend und cholagog (Gallensaftfluss aktivierend).

In der Aroma und Dufttherapie wird es zur Entspannung, gegen Einschlafstörungen und Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Allergien sind selten, aber bekannt, bei Kindern dürfen keine Konzentrate genutzt werden. Lavendel kann träge bzw. schläfrig machen und Entscheidungszeiten beeinflussen.

Ingwer

Ingwer wirkt gegen Übelkeit und hat spasmolytische (entkrampfende) Eigenschaften. Die entkrampfende Eigenschaft konnte bisher nur bei Tierversuchen nachgewiesen werden. In der  Erfahrungsheilkunde wird der Ingwer zur Steigerung der körpereigenen Abwehr und als durchblutungsförderliches Mittel einsetzt ( Bühring, Ursel Praxislehrbuch , 2014 ). Gleichzeitig wirkt er innerlich antibakteriell und tonisierend als „Wachmacher“, damit können Sie Ingwer-Tee als Kaffee-Ersatz gut nutzen. Es wirkt positiv inotrop auf die Herzleistung (Steigerung der Kontraktilität); gleichzeitig fördert er die Immunabwehr und wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt.

Darüber hinaus gibt es Studien, die zeigen, dass Ingwer-Extrakte eine lindernde Wirkung bei chronischen Schmerzen haben. Toll, oder? Für Kinder unter 6 Jahren ist Ingwer allerdings nicht geeignet, und Menschen mit Gallenstein-Leiden sollten mit ihrem Arzt Rücksprache halten.

Senföle

Senföle sind enthalten in Senf, Kapuzinerkresse, Gartenkresse, Brunnenkresse, Raps, Meerrettich, Radieschen … Diese zeigen bei der innerlichen Anwendung eine starke antibakterielle Wirkung ( Bühring, Ursel 2014) . Bei der äußerlichen Anwendung werden Senföle traditionell als hyperämisierendes (durchblutungsförderndes, wärmendes) Therapeutikum eingesetzt.

Senfölglykoside wirken antimikrobiell (hemmen Vermehrung von Mikroorganismen), bakteriostatisch (hemmen Vermehrung von Bakterien), virustatisch (hemmen Virus-Vermehrung) und antimykotisch (hemmen Pilz-Bildung und Vermehrung).