NACHHALTIGKEIT FIRST!

Hier findest Du die Gründe, aus denen wir uns entschlossen haben ausschließlich biologisch angebaute Baumwolle zu verwenden.

Baumwolle ist eine Naturfaser aber dennoch solltest Du darauf achten nur biologisch angebaute Baumwolle zu kaufen. Wusstest Du das die Baumwolle sogar die Beliebteste unter den Naturfasern ist? Baumwolle macht etwa ein Viertel der weltweiten Textilfaser-Produktion aus.

Warum Baumwolle?

Baumwolle wird besonders aufgrund des angenehm weichen Griffs und der Saugfähig- und Reißfestigkeit gern verwendet, zudem ist die Faser sehr atmungsaktiv. Man sieht mittlerweile an vielen Stellen biologisch angebaute Baumwolle ausgezeichnet, zum Beispiel auch bei Aldi, Tschibo, H&M und Kaufland (um einige Beispiele zu nennen). Aber was ist überhaupt der Unterschied zwischen biologisch angebauter Baumwolle und konventioneller Baumwolle?

Baumwollblüte
Konventionelle Baumwolle

Konventionell angebaute Baumwolle hat eine unglaublich schlechte Umweltbilanz. Denn Baumwolle ist sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge und übertrifft alle landwirtschaftlichen Anbauprodukte in puncto eingesetzte Pflanzengifte. Des weiteren ist Baumwolle eine sehr durstige Pflanze und braucht tausende von Litern Süßwasser (ca. 2000l Wasser für ein einziges T-Shirt). Die künstliche Bewässerung der Felder führt oftmals zu einer Versalzung der Böden und einem Rückgang der Erträge. In trockenen Regionen führte dies schon zur Verödung ganzer Regionen oder zur Austrocknung von Seen (siehe das Beispiel Aralsee). 

Arbeitsbedingungen

98 Millionen Kinder arbeiten weltweit in der Landwirtschaft. Auch bei dem Anbau und der Ernte von Baumwolle ist Kinder- und Zwangsarbeit häufig traurige Realität. Erschwerend komm hinzu dass 99% der Baumwollbauern in Entwicklungsländern produzieren. Dort fehlt es leider häufig an Ausrüstung und Aufklärung zu den gefährlichen Pestiziden. Die Anleitungen und Warnungen der Pflanzenschutzmittel sind oft auf Englisch, sodass die ländliche Bevölkerung es meist nicht lesen kann. Folglich wird ohne Handschuhe, Atemmaske und weitere Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet. Dies führt oftmals zu Vergiftungen bis hin zum Tod der Feldarbeiter und Bauern. (Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit pro Jahr 20.000 Menschen an Pestizidvergiftung beim Baumwollanbau.)

Gentechnisch manipulierte Baumwolle

Ein großes Problem stellen auch gentechnisch manipulierte Baumwollpflanzen dar. Sie machen mittlerweile 70% der weltweit erzeugten konventionellen Baumwolle aus. Die Bt-Baumwolle produziert z.B. ein Gift und soll so resistent gegenüber Totalherbiziden wie Roundup von Monsanto werden. Auf diese Weise können die genmanipulierten Pflanzen die zahlreichen Giftduschen überleben aber mit schwerwiegenden Folgen für Mensch und Umwelt.

Biologisch angebaute Baumwolle

Für biologisch angebaute Baumwolle gelten die Richtlinien des ökologischen Landbaus. Hier ist der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verboten. Als Düngemittel kommen Mist und Kompost zum Einsatz um die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Dadurch erhöht sich der Humusanteil im Boden und die Errosionsanfälligkeit verringert sich. Ebenso wird Wasser und CO2 besser im Boden gespeichert. Des weiteren wird ein Fruchtwechsel eingehalten, das dient der Bodenpflege und beugt die Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten vor. Zudem wird biologisch angebaute Baumwolle häufig in Mischkulturen angebaut um Schädlinge und Krankheiten einzudämmen. Es werden z.B. Sonnenblumen oder Niembäume um die Baumwollfelder gepflanzt.

Die Bodenfruchtbarkeit muss erhalten bleiben.

Ob die biologisch angebaute Baumwolle wirklich nach strengen biologischen Richtlinien angebaut ist kann man als Verbraucher nur anhand der Zertifikate herausfinden. Allerdings muss man sich in diesem Dschungel der Zertifizierung erst einmal zurecht finden. Besonders empfehlenswert sind laut Greenpeace das GOTS-, NATURTEXTIL BEST-, EARTHPOSITIVE-, BIORE-, FAIRWEAR– und das FAIRTRADE-Zertifikat. Auch die Zertifikate von TEXTIL EXCHANGE sind empfehlenswert. Für ausführliche Informationen zu den Zertifikaten empfehle ich die “Textil-Fibel 5” herausgegeben vom Greenpeace Magazin.

Faire Baumwolle

Ein Bio-Zertifikat gibt allerdings nicht unbedingt Auskunft über eine faire Produktion. Häufig wirkt sich die ökologische Wirtschaftsweise jedoch positiv auf die Lebensumstände der Kleinbauern aus. Besonders FAIRWEAR, FAIRTRADE haben strenge Richtlinien zu den Arbeitsbedingungen, aber auch GOTS hat hier bereits Richtlinien aufgestellt. Bei den anderen Zertifikaten sollte man sich über die Produktionsbedingungen informieren. Denn nicht jedes Bio-Siegel steht selbstverständlich für faire Arbeitsbedingungen.

Alternativen

Es gibt natürlich auch alternative Naturfasern, hier ist besondern Hanf und Leinen hervorzuheben. Hanf- und Leinenfaser gibt es auch aus Deutschland, Anbau und Verarbeitung sind also auch regional umsetzbar. Auch bei diesen Naturfasern ist es empfehlenswert auf eine entsprechende Zertifizierung zu achten. Aber diese Pflanzen brauchen lange nicht so viel Wasser und Pestizide wie Baumwolle und sind damit viel nachhaltiger als konventionell angebaute Baumwolle.

Überblick zur Umweltbilanz der unterschiedlichen Textilien, Juli 2011

Übrigens verwenden wir für unsere textilen Produkte ausschließlich biologisch angebaute Baumwolle. Unser Rücken-Wickel ist GOTS-konform in der Türkei produziert.

Quellen:

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